Föderal und zentral

Das Land, um das es hier die ganze Zeit geht, heißt eigentlich Russische Föderation, korrekt übersetzt sogar Russländische Föderation. Und das kommt so: 80 Prozent der gut 140 Millionen Einwohner sind heute ethnische Russen. Dazu gibt es viele weitere, oft mit weitreichenden Minderheitenrechten ausgestattete Ethnien. Größere Minderheiten bilden Tataren, Ukrainer, Armenier, Tschuwaschen, Baschkiren und, ja, die Deutschen. Und da diese alle eben keine „waschechten“ Russen sind, sammelt man sich unter dem Kunstbegriff „Russländisch“. Der Staat besteht aus derzeit 85 „Föderationssubjekten“ (die völkerrechtswidrig annektierten Subjekte Krim und Sewastopol mitgezählt), das sind Verwaltungsregionen unterschiedlichen Ranges und unterschiedlicher Größe. Das Land ist also föderal organisiert – und gleichzeitig doch sehr zentralistisch orientiert. Denn die Richtung gibt Moskau vor.

„Moskau, deine Seele ist so groß, nachts da ist der Teufel los“  – so schließt sich der Kreis. Es mag eine Plattitüde sein, aber Moskau ist ein Planet für sich. Die 12-Millionen-Einwohner-Metropole ist in allem ausufernd: Prunk, Partys, Preise. Natürlich steht mit dem Luschniki-Stadion in Moskau auch die größte WM-Arena, in der Eröffnungsspiel und Finale stattfinden werden. Überallhin braucht man mindestens eine Stunde, praktisch ohne es zu merken. Dabei verfügt die Stadt über die beeindruckendste U-Bahn der Welt. Und der Rote Platz ist natürlich ein Muss. Hier könnt ihr euch auch den einbalsamierten Lenin anschauen, dabei aber bitte immer in Bewegungen bleiben, denn am Sarg stehen zu bleiben, ist streng verboten.