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Wetter, Worte und Werte

Da diese WM 2018 die letzte ist, die im Sommer stattfinden wird, verpassen wir auch die Temperaturen, die im russischen Winter mancherorts bis zu minus 60 Grad Celsius erreichen können. Das russische Sommerwetter hingegen sollte keinem Anreisenden große Probleme bereiten – wobei die Durchschnittstemperatur in Sotschi und Rostow über der von Jekaterinburg und Sankt Petersburg liegt. Insgesamt jedoch erwartet deutsche Fans hier keine riesige Umstellung. Anders als bei der Verständigung: In Russland spricht man viele hundert Sprachen, wirklich weit aber kommt man nur mit Russisch. Und das hat es in sich. Als wären Aussprache und Grammatik nicht schon kompliziert genug, wird zudem das kyrillische Alphabet genutzt. (Дас ист абер леихтер, алс ман денкт.)

Wer also kein Russisch beherrscht, muss neben Händen und Füßen etwas Glück haben: In Städten wie Moskau und Sankt Petersburg findet man hier und da englische Aufschriften. In der Provinz wird es eng. Aber es gibt auch, vor allem junge, Menschen, die Englisch sprechen – und nicht selten sogar Deutsch. Schließlich hat Russland die meisten Deutschlerner weltweit. Daneben dürfte extra für die WM die sprachliche Infrastruktur in Form von Informationen, Tafeln und talentierten Volunteers sicher deutlich verbessert werden. Denn Gastfreundschaft steht in der Tat ganz oben auf der russischen Tugendenliste.

Deshalb sollte man auch als Gast höflich sein und nicht ganz ohne russische Vokabeln anreisen. „Priwjet“ heißt Hallo, ist aber sehr informell. Daher besser mit „Sdrastwuitje“ beginnen: Ich grüße Sie! Bitte heißt ungefähr „Paschalstwa“ und Danke „Spasiba“. „Futbol“, „Germania“ und „Tschempion“ verstehen sich von selbst. Übrigens begegnet man als Deutscher nur selten Anfeindungen. Der Sieg der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg bildet zwar bis heute (und beinahe mehr als je zuvor) das Fundament der Nation. Aber die meisten Menschen wissen zu differenzieren. Deshalb sind Gespräche über die Vergangenheit kein Tabu. Schwieriger ist da schon die Gegenwart. Im Zweifel solltet ihr erst einmal vorsichtig abtasten, ob der Gesprächspartner überhaupt Lust auf Diskussionen hat – und ihr selbst auch. Denn Innen- wie Außenpolitik der russischen Regierung widersprechen in vielen Punkten demokratischen Grundregeln und -werten. Am meisten leiden darunter die Einwohnerinnen und Einwohner selbst.

 


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