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Sicherheit im Land

Anschläge & Kriminalität

Ihr lest Zeitungen und schaut Fernsehen, wir müssen euch nicht erzählen, dass es in Russland in den vergangenen Jahren zu Anschlägen mit vielen Todesopfern gekommen ist, und zwar auch außerhalb von Regionen, die als besonders gefährdet gelten wie etwa der Kaukasus. So gab es etwa im April 2017 bei einem Anschlag in der Metro in Sankt Petersburg mehrere Tote und Verletzte. Die russischen Behörden warnen vor Attentaten und rufen zur Vorsicht auf. Die Empfehlung, bei großen Menschenansammlungen und der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, besonders aufmerksam zu sein, ist bei einer Großveranstaltung wie der WM natürlich schwierig. Wir gehen davon aus, dass die Sicherheitsvorkehrungen in und um die Stadien und Fanzonen groß sein werden. Schaut, dass ihr euch rechtzeitig auf den Weg macht, informiert euch über die geltenden Vorschriften und bewahrt im Zweifelsfall immer erst einmal Ruhe.

Für den Notfall

Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste elefand.diplo.de einzutragen, um eine schnelle Kontaktaufnahme in einem Notfall zu ermöglichen.

Was Gefährdung durch nicht-terroristische Kriminalität, also etwa Diebstähle, Raub und Vergewaltigung, angeht, haltet euch auch in Russland am besten an Regeln des gesunden Menschenverstands, genauso wie in anderen Ländern. Also schaut, dass ihr nachts nicht unbedingt allein unterwegs seid. Nutzt registrierte Taxiunternehmen. Tragt nicht alle Wertsachen mit euch herum, wenn ihr ausgeht. Achtet drauf, dass euch niemand etwas in den Drink kippt und kippt anderen nichts in den Drink. Denkt dran: Wenn eine Frau „Nein“ sagt, heißt das „Nein“. Wenn sie zu betrunken ist, um zu stehen, ist das auch ein „Nein“.

Lage sexueller Minderheiten

Homosexualität ist in Russland nicht strafbar. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Homosexualität ist in Russland ein Tabuthema. Die Akzeptanz für Lesben, Schwule, Transpersonen ist gering, und es kommt immer wieder zu Übergriffen auf Homosexuelle und gleichgeschlechtliche Paare. Seit 2013 gilt das Gesetz gegen „Propaganda nicht-traditioneller sexueller Beziehungen gegenüber Minderjährigen“, das jegliche positive Äußerung über Homosexualität in Anwesenheit von Kindern/Jugendlichen unter Strafe stellt. Darunter fällt nicht nur, wenn ihr in Kaliningrad eine „Gay Pride“-Parade organisieren wollt, oder eure/n gleichgeschlechtliche Partner/in auf dem Roten Platz küsst. Das kann auch schon ein Regenbogen-Button an der Jacke sein. Es drohen auch Ausländern Geldbußen in Höhe von bis zu 100.000,- Rubel, bis zu 15 Tage Haft und die Ausweisung aus der Russischen Föderation.

Es ist schwer einzuschätzen, wie das Thema Homosexualität und die Umsetzung des Propagandagesetzes während der WM gehandhabt werden. Einiges spricht wohl dafür, dass die vier Wochen des Turniers unter weltweiter öffentlicher Aufmerksamkeit für Lesben und Schwule in Russland so sicher sein werden wie selten. Aber eine Prognose dazu lässt sicher derzeit schwer abgeben.

Wichtig zu wissen: Ikonen, Drogen & Fotos

Die Ausfuhr von Antiquitäten und Kunstgegenständen aus der Zeit vor 1945 ist grundsätzlich verboten. Das wird insbesondere beim Klassiker, nämlich Ikonen, auch streng überwacht. In anderen Fällen ist in der Regel eine Bescheinigung des Kulturministeriums erforderlich. Auch jüngere, als „Kulturgut“ bezeichnete Gegenstände wie etwa sowjetische Medaillen und Geldscheine, die es auf Flohmärkten zu kaufen gibt, dürfen ohne vorherige Genehmigung nicht ausgeführt werden. Ein Verstoß dagegen kann Geld- oder auch Haftstrafen zur Folge haben. In Zweifelsfällen sollte der russische Zoll vorab kontaktiert werden.

Bei einigen technischen Einrichtungen ist das Fotografieren verboten. Das ist leider nicht immer gekennzeichnet. Also Vorsicht bei Instagram-Posts. Militärische Einrichtungen sollten grundsätzlich nicht fotografiert werden.

Und schließlich: Die Ein- oder Ausfuhr von Drogen und zwar auch geringe Mengen leichter Drogen wie Marihuana kann langjährige Haftstrafen zur Folge haben. Macht das alles nicht.


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