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Kulturreiseführer erschienen: „Doppelpass mit Russland“

Fußball und Kultur? Passt perfekt. Was schon für die EM in Frankreich funktionierte, gibt es nun auch für die WM in Russland: einen Kulturreiseführer für das Gastgeberland. Der Band, den die DFB-Kulturstiftung in Partnerschaft mit der KOS herausgegeben hat, bietet spannende, lustige und manchmal abseitige Blicke auf die russische Fußballkultur.

Ein großes Fußballturnier bietet immer auch die Gelegenheit, mehr als nur hochklassigen Sport zu erleben, nämlich auch ein Gastgeberland, dessen Fußball und Geschichte kennenzulernen. Am besten geht das natürlich, indem man selbst zur WM reist, die Städte auch außerhalb der Stadien erkundet und Kontakt zu den Menschen findet. Aber reisen kann man auch in Gedanken und auf dem Sofa, zum Beispiel mit dem Kulturreiseführer „Doppelpass mit Russland“, herausgegeben von der DFB-Kulturstiftung, die damit ein erfolgreiches Projekt der EM 2016 wiederholt.

Für die Konzeption und Redaktion des 168-Seiten-Buches, das Ende Mai erschienen ist, zeichnen echte Russland-Expert*innen verantwortlich: das Journalistennetzwerk n-ost und Fankurve Ost, ein Projekt des Deutsch-Russischen Austauschs. Ein wichtiges Stichwort fällt gleich im Vorwort: die Putin-Brille. Die Beziehungen des Westens zu Russland sind angespannt, das Land steht im Zentrum internationaler Konflikte, kaum eine Nachrichtensendung kommt ohne Russland aus und kaum ein WM-Vorbericht ohne den Blick auf die Einschränkung der Menschenrechte, Wahlmanipulation, Korruption und Doping. Russland ist präsent und bekannt und zugleich doch fern und unbekannt.

„Doppelpass mit Russland“ unternimmt Annäherungen über, klar, den Fußball, aber auch über persönliche Perspektiven von deutschen Autorinnen und Autoren auf Russland. Es spart die politischen Hintergründe, den Blick durch die Putin-Brille, nicht aus, aber ergänzt ihn durch den Blick auf weniger Bekanntes: die russische Fußballkultur fernab dessen, was in den kommenden Wochen zu sehen sein wird. So lernen die Leser*innen Begriffe der Fankultur, erfahren mehr über Futsal und den Fußball, der auch in Russland randständig ist: den von Frauen gespielten.

Zur Redaktion des Kulturreiseführers gehört auch Ingo Petz, der unser Fanbotschaftsteam in Russland als landes-, sprach- und kulturkundiger Experte verstärkt. „Wir erheben mit unserem Buch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Russland und seinen Fußball in all seinen Facetten und Komplexitäten darzustellen, ist auf 168 Seiten schier unmöglich“, sagt er. „Wir bieten ein buntes Kaleidoskop an Geschichten und Themen rund um das Land Russland, seine Fußballkultur und die WM-Austragungsorte.“ So schreibt Ildar Abusjarow über Kasan, den dritten Vorrundenspielort des deutschen Teams und preist darin Kurban Berdijew, den Trainer des lokalen Erstligisten Rubin, ebenso wie die Provinzstadt – und Provinz, das ist in Russland eigentlich alles außer Moskau – die es zumindest kurzzeitig schaffte, der Hauptstadt den Rand abzulaufen. „Die Beiträge, die zu einem Großteil eben von russischen Autoren geschrieben sind, sollen neugierig machen und ein bisschen auch die Klischees hinterfragen, die uns zu Russland im Kopf herumspuken“, sagt Ingo Petz.

Das gelingt, egal ob man „Doppelpass mit Russland“ nun zu Hause auf dem Sofa liest, im Flugzeug nach Moskau oder in einem der WM-Sonderzüge zwischen Sotschi und Kasan.


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