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Gruppe C

Frankreich und drei unbekannte Größen

Die Frage, wer die Vorrunde in Gruppe C übersteht, lässt sich auf die Frage reduzieren, wer hinter den Franzosen Platz zwei belegt. Alles andere als ein Gruppensieg des Vizeeuropameisters wäre eine Riesenüberraschung. Um den Platz hier Frankreich kämpfen Australien, Dänemark und Peru.

Französische Talente

Seit 2012 betreut Didier Deschamps die „Equipe Tricolore“ als Nachfolger von Laurent Blanc, er gebietet nach dem Umbruch in Frankreich über eine Mannschaft von geradezu überschäumendem Talent, die, angesichts der Jugend vieler Spieler, den Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit noch lange nicht erreicht haben dürfte. Dechamps Akteure stehen bei den europäischen Topklubs ganz hoch im Kurs. Um nur einige der bekanntesten zu nennen: OusmaneDembélé (FC Barcelona), PaulPogba (Man United), Kylian Mbappé (Paris Saint-Germain), Antoine Griezmann (Atlético Madrid), Corentin Tolisso und Kingsley Coman (Bayern München). Bis auf Griezmann sind das Namen, die auch noch bei zwei weiteren Weltmeisterschaften in der Teamliste wieder auftauchen dürften.

Die Schwierigkeit für Deschamps dürfte allenfalls darin bestehen, aus so viel Talent auch eine schlagkräftige Gruppe formen zu können. Bei der letzten WM in Brasilien schied Frankreich gegen Deutschland im Viertelfinale aus, bei der EM im eigenen Land 2016 revanchierte sich die Franzosen mit einem 2:0-Sieg gegen die Mannschaft von Joachim Löw im Halbfinale, scheiterte aber im Endspiel an Portugal. Diese Auswahl bildet den Grundstock für das französische Team in Russland.

In der WM-Qualifikation leisteten sich die Franzosen in einer nicht ganz einfachen Gruppe mit Schweden, den Niederlanden und Bulgarien lediglich eine Niederlage gegen den späteren Gruppenzweiten aus Skandinavien. Am Ende standen der Gruppensieg und die direkte Qualifikation. Diesen kurzen Weg hat die „Equipe Tricolore“ den Gegnern in Gruppe C voraus, die alle drei den Umweg über Play-off-Spiele einschlagen mussten.

Van Marwijk doch bei der WM

Wenn Bert van Marwijk zunächst befürchten konnte, Saudi-Arabien nur zur WM geführt zu haben, aber die Früchte seiner Arbeit nicht einfahren zu dürfen, erlebte er eine freudige Überraschung erlebt haben. Drei Monate nach seiner Trennung von den Saudis saß er bei den „Socceroos“ im Sattel bzw. auf der Trainerbank. Ange Postecoglou hatte die Australier durch die WM-Qualifikation auf den Rang als Gruppendritter hinter Japan und Saudi-Arabien gebracht. Er  stand noch bei den Play-off-Spielen gegen Syrien in der Verantwortung, bevor er seinen Hut nahm.

2005 wechselte Australien aus dem ozeanischen in den asiatischen Verband, um die Chancen auf eine WM-Teilnahme zu erhöhen – denn der Sieger der Ozeaniengruppe muss ein Play-off-Spiel gegen den Fünften der Südamerikagruppe bestreiten. Seitdem sind die „Socceroos“ Stammgast bei Weltmeisterschaften. Auf den Fünften der Südamerikagruppe, nämlich Peru, treffen sie trotzdem, aber eben die entscheidenden Monate später und in größerem Rahmen.

Van Marwijk kann bei seiner Auswahl gleich auf eine ganze Reihe von Spielern zurückgreifen, die ihrem Broterwerb in Deutschland nachgehen oder das einmal taten: Zu nennen wären da MitchLangerak (BVB und Stuttgart), RobbieKruse (VfL Bochum), Mathew Leckie (Hertha BSC) und Jamie MacLaren (SV Darmstadt). Für Tim Cahill, seines Zeichens australischer Rekordtorschütze, wäre es bereits die vierte Weltmeisterschaft. Der 50. Treffer war nicht der unwichtigste – es war das 2:1 in der Verlängerung des Play-off-Rückspiels gegen Syrien.

Die Rückkehr der Inkas

Wenn am 16. Juni 2018 in Saransk der Anpfiff für die Partie gegen Dänemark erfolgt, hat die peruanische Nationalmannschaft eine Durststrecke von fast auf den Tag genau 34 Jahren ohne WM-Auftritt hinter sich gebracht. Für eine feste Größe vom südamerikanischen Kontinent eine erstaunliche lange Zeit der Abwesenheit.

Seit 2015 hat Ricardo Gareca den Posten des Nationaltrainers von Peru inne. Gleich in seinem ersten Jahr führte er das Team ins Kleine Finale bei der Copa América. In der WM-Qualifikation landete Peru am Ende punktgleich mit Chile auf dem fünften Platz, durfte aber aufgrund des besseren Torverhältnisses zum Play-off-Spiel gegen den Sieger der Ozeaniengruppe, Neuseeland, antreten. Dort setzten sich „Los Incas“ mit einem Remis in Neuseeland und einem 2:0-Heimsieg durch.

Viele der Spieler von Gareca sind auf dem südamerikanischen Kontinent aktiv, im Kader standen zuletzt aber auch durchaus Namen, die in Deutschland vertraut sind wie Paolo Guerrero (ehemaliger Bayern- und HSV-Spieler) und der Ex-Schalker Jefferson Farfan. Oder etwa Claudio Pizzaro (Bremen, Bayern, Köln), der für die Play-offs gegen Neuseeland auf Abruf nominiert war. Ob sein Traum von der ersten WM-Teilnahme allerdings tatsächlich in Erfüllung geht, steht auf einem anderen Blatt.

Dänisches Dynamit mit norwegischem Rezept

Bei der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien mussten die Dänen zuschauen. Zwei Jahre später erlebten sie auch die Europameisterschaft 2016 nur aus der Ferne, nachdem sie in den Play-offs an Schweden gescheitert waren. In der Konsequenz trat Morten Olson nach 15 Jahren als Nationaltrainer zurück, der Norweger Åge Hareide übernahm das Amt und brachte die Dänen nun zurück auf die internationale Bühne.

Hareide führte die dänische Elf mit zwei Niederlagen durch die WM-Qualifikation, als Gruppenzweiter hinter Polen musste „Danish Dynamite“ den Umweg über die Relegation nehmen, wo sie nach einem 0:0 zu Hause Irland im Rückspiel deutlich mit 5:1 bezwangen. Die Mannschaft setzt sich hauptsächlich aus Spielern zusammen, die in den großen europäischen Ligen aktiv sind. Aus der Bundesliga sind unter anderem Yussuf Poulsen (RB Leipzig, Thomas Delaney (Werder Bremen) und Jannik Vestergaard (Borussia Mönchengladbach) bekannt. Kapitän Simon Kjær (FC Sevilla) spielte einst bei den Wölfen.

Mit Christian Eriksen steht bei Dänemark auch einer der potenziellen Stars der WM im Aufgebot, dreifacher dänischer Fußballer des Jahres und Herzstück des Mittelfelds bei Tottenham Hotspur.

Prognose

Wer darf in Gruppe C als zweite Mannschaft hinter Frankreich in die K.-o.-Runde einziehen – um dann auf den Sieger der Gruppe D mit Argentinien, Island, Kroatien und Nigeria zu treffen? Die internationale Erfahrung spräche für die Dänen, die an einem guten Tag auch Les Bleus in ihre Schranken weisen könnten.
 

[oe]


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